Geschichte Russlands und der Stadt Moskau im Überblick
   
   
1147 Zum ersten Mal wird Moskau urkundlich erwähnt. Die Stadt wird von Jurij Dolgoruki gegründet.
1462 Unter Großfürst Ivan III werden die russischen Fürstentümer vereint. Zur stärksten Macht in Osteuropa entwickelt sich das Moskauer Reich. Ivan III zahlte auch keinen Tribut mehr an die Goldene Horden der Tartaren.
1547 Ivan IV - besser bekannt als Ivan der Schreckliche - nimmt das Zepter in die Hand und den Titel Zar (Kaiser) an. Dieser Titel bedeutet soviel wie "der von Gott gewollte Nachfolger der oströmischen und byzantinischen Kaiser". In jener Zeit wurde Moskau auch "Das dritte Rom" genannt (Konstantinopel war das zweite Rom).
1555-1560 Die Basilius-Kathedrale am Roten Platz wird gebaut
1571 Die Krimtataren setzen Moskau in Brand
1586 Der Boulevard-Ring wird gebaut
1593 Der Garten-Ring wird gebaut
1613 Die Zarendynastie der Romanows beginnt. Michail Fjodorowitsch wird Zar
1653 Partriach Nikon leitet Kirchenreformen ein - dies führt zur Spaltung der russisch-orthodoxen Kirche "rasskol"
   
1667-1671 Bauernaufstand unter Führung des Donkosaken Stepan Rasin. 1671 wird Rasin auf dem Roten Platz hingerichtet.
1689-1725 Peter I. (Peter der Große) besteigt den Zarenthron.
1712 St. Petersburg wird von Peter I. zur Hauptstadt ernannt
1725-1727 Katharina I.
1726-1796 Katharina II. (Beiname:  die Große) - eine deutsche Prinzessin - siedelt deutsche Bauern an der Wolga an.
1755 In Moskau wird die erste Universität in Russland (heute die Lomonossov-Universität) gegründet.
1737 Moskau wird abermals durch ein großes Feuer zerstört
1812 Einzug Napoleons in Moskau. Moskau brennt. Das Feuer zerstört 70 % der Stadt
1823 Das Bolschoj-Theater wird eröffnet
1851 Eröffnung der ersten Eisenbahnlinie Russlands (St. Petersburg-Moskau)
1855-1881 Regierung von Alexander II - er hebt 1861 die Leibeigenschaft auf. In dieser Zeit beginnt auch die Industrialisierung Russlands.
1894 Nach dem Tode Alexanders III. besteigt Nikolaus II. den russischen Thron. Er war der letzte Zar Russlands aus der Romanow-Dynastie.
1899 Erste Straßenbahnlinie Moskaus. Eine Million Einwohner in Moskau
1905 Blutsonntag (22. Januar) - eine friedliche Demonstration von Arbeitern wird in St. Petersburg zusammengeschossen. Daraufhin gibt es allgemeine Unruhen. Arbeiterräte entstehen in vielen Städten.
1914 I. Weltkrieg, Schlacht bei Tannenberg
1917 Infolge des Arbeiter- und Soldatenaufstandes in Petrograd («Februarrevolution») dankt Zar Nikolaus II. am 2./15. März ab.
7. 11. 1917 Oktoberrevolution - damalige Zeitrechung: 25. Oktober. Bolschewisten übernehmen unter Lenins Führung die Macht.
1918 Moskau wird Regierungssitz
1922 Moskau wird Hauptstadt der UdSSR, Gründung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR)
1924 Lenin stirbt. Iossif W. Stalin tritt an seine Stelle. Das Mausoleum am Roten Platz wird von Stalin erbaut
1928 Beginn der Zwangskollektivierung
1935 Städtebauliche Neuplanung wird begonnen.
1932 Metrobau wird begonnen
1935 Der erste Streckenabschnitt der Metro wird eröffnet.
1937 Moskau-Wolga-Kanal wird eröffnet
1939 4,5 Millionen Einwohner in Moskau
1941 Die deutsche Wehrmacht überfällt Russland und steht vor den Toren der Stadt, nachdem Hitler den Nichtangriffpakt gebrochen hat. Die Belagerung ist erfolglos. Der Winter zwingt die Wehrmacht zum Rückzug. Mit dem Einmarsch der Wehrmacht beginnt für Russland der "Große Vaterländische Krieg"
Januar, Februar 1943 Der Rückzug der deutschen Truppen beginnt ("verbrannte Erde")
9. Mai 1945 Kapitulationsurkunde wird im sowjetischen Hauptquartier in Berlin-Falkenhorst unterzeichnet.
1947 - 1954 "Stalins Kathedralen" werden gebaut
1953 Tod Stalins
1953 - 1956 Kollektivregierung durch Chruschtschow, Malenkow und Berija
Februar 1956 Nikita Chruschtschow, Erster Sekretär des ZK der KPdSU, verurteilt in einer Geheimrede auf dem XX.Parteikongress den Personenkult Stalins. Die Entstalinisierung beginnt.
1961 Jurij Gagarin ist der erste Mann im Weltraum
1964 Absetzung Chruschtschows, Machtübernahme durch Leonid I. Breschnew
1970 "Moskauer-Vertrag" über Gewaltverzicht wird unterzeichnet
1971 Neue Verfassung
1975 Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte von Helsinki
1980 XXII. Olympische Sommerspiele. Boykott westlicher Staaten wg. Afghanistan.
1982 Tod Breschnews, Juri B. Andropow wird Nachfolger
1984 Tod Andropows, Konstantin U. Tschernenko wird Nachfolger
1985 Tod Tschernenkos, Nachfolge tritt Michail S. Gorbatschow an. Er wird Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjet-Union (KPdSU)
1986 Reaktorkatastrophe von Tschernobyl
1987 Beginn der Reformen unter Gorbatschow. Die Worte "Perestrojka" (Umgestaltung) und Glasnost (Offenheit, Transparenz) gehen um die Welt
1989 Der eiserne Vorhang fällt
1990 Mehrparteien-System wird eingeführt
1990 Gorbatschow wird in seinem Amt durch den Volkdeputiertenkongress bestätigt.
1990 Gorbatschow erhält den Friedensnobelpreis für seine Friedensbemühungen
12. 06. 1991 Boris N. Jelzin wird zum Präsidenten Russlands gewählt
19. 08. 1991 Putsch. Gorbatschow, der sich zu diesem Zeitpunkt auf der Krim befindet, wird arrestiert. B. Jelzin´s Stunde ist gekommen. Er lässt Panzer vor dem Weißen Haus auffahren und ruft zum Generalstreik auf. Die Putschisten geben am 21. Augsust auf. Jelzin, gestärkt durch die Machtprobe mit den Putschisten, fordert Gorbatschow zum Rücktritt auf.
25. 08. 1991 Gorbatschow tritt als KPdSU-Generalsekretär zurück
6. 09. 1991 Anerkennung der Unabhängigkeit der drei Baltenrepubliken durch die UdSSR
6. 11. 1991 Beschluss über "Einstellen der Tätigkeit der KPdSU in Russland"
8. 12. 1991 Russland, Ukraine und Weißrussland bilden in Brest den "slawischen Dreierbund" ein Vorläufer der "Gemeinschaft Unabhängiger Staaten" (GUS).
17. 12. 1991 Jelzin und Gorbatschow beschließen die Auflösung der UdSSR zum 31.12.1991
21. 12. 1991 Der Vertrag von Alma Ata über das Ende der Sowjetunion und die Gründung der GUS wird unterzeichnet. Die Republiken Aserbaidschan, Armenien, Weißrussland, Kasachstan, Kirgisistan, Moldau, Russische Föderation, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan und Ukraine unterzeichnen das Papier. Sitz der GUS ist Minsk in Weißrussland. Ziel der GUS: wirtschaftliche und außenpolitische Zusammenarbeit.
25. 12. 1991 M. Gorbatschow tritt als Präsident der UdSSR zurück.
31. 12. 1991 Das Ende des Bestehens der Sowjetunion
3. - 4.10. 1993 Oktoberputsch gegen Jelzin. Putschisten vereinnahmen das 'Weiße Haus' (Parlamentsgebäude), das Rathaus und das Fernsehzentrum. Jelzin lässt den Aufstand mit Gewalt niederschlagen: 190 Tote und 440 Verwundete.
12. 12. 1993 Wahlen zum neuen Zweikammer-Parlament. Die Mehrheit der Mandate im Unterhaus (die Staatsduma) gewinnen reformfeindliche Kräfte. Im gleichzeitig abgehaltenen Referendum wird eine neue Verfassung angenommen.
11. 12. 1994 Einmarsch föderaler Truppen in die abtrünnige Republik Tschetschenien.
17. 12. 1995 Wahlen zur Staatsduma. Die Kommunistisch-nationalistische Opposition stärkt ihre Mehrheit im Unterhaus.
16. 06. 1996 Präsidentschaftswahlen. Boris Jelzin und Kommunistenführer Gennadij Sjuganow erhalten die meisten Stimmen. Bei den gleichzeitigen Bürgermeisterwahlen in Moskau wird Jurij Lushkow mit fast 90% der Stimmen in seinem Amt bestätigt.
3. 07. 1996 Boris Jelzin gewinnt bei den Stichwahlen klar gegen Sjuganow und wird Präsident der Russischen Föderation bis zum Juni 2000.
31. 08. 1996 Sicherheitssekretär Alexander Lebed und der tschetschenische Militärführer Asslan Masschadow unterzeichnen in Chassawjurt (Dagestan) ein Friedensabkommen. Ende des Tschetschenien-Krieges.
5.-7. 09. 1997 Moskau feiert den 850. Jahrestag seiner Gründung.
9.8.1999 Der kranke Jelzin tauscht in diesem Jahr mehrfach die Premiers aus (Tschernomyrdin, Primakow, Stepaschin) und ernennt im August Putin zunächst zum neuen Regierungschef, später auch zu seinem Wunsch-Nachfolger im Präsidentenamt.
Sep. 1999 Nach dem Eindringen tschetschenischer Terroristen nach Dagestan und mehreren - bisher nicht aufgeklärten - Wohnhausexplosionen beginnt die Anti-Terror-Kampagne der föderalen Truppen in Tschetschenien - der zweite Tschetschenienkrieg.
19.12.1999 Duma-Wahlen. Der kurz zuvor vom Kreml selbst ins Leben gerufene "Jedinstwo" (Einheit) - Wahlverein gewinnt die Wahlen (23,3%). Die Kommunisten verlieren stark und kontrollieren selbst zusammen mit ihren potentiellen Verbündeten nicht mehr als ein Drittel der Duma.
31.12.1999 Präsident Jelzin tritt überraschend vorzeitig zurück und überträgt Regierungschef Wladimir Putin die Amtsgeschäfte des Präsidenten. Die erste, fast wirklich demokratische Machtübernahme der russischen Neuzeit wird eingeleitet.
26.3.2000 Präsidentschaftswahlen. Putin gewinnt mit knapp 53% vor Sjuganow (29%), Jawlinskij (5,8%), Tulejew (3%) und Schirinowskij (2,7%).
7.5.2000 Inauguration des zweiten Präsidenten der Russischen Föderation Wladimir Wladimirowitsch Putin. Michail Kasjanow wird Regierungschef. Der neue Präsident ist so beliebt, dass sich in der Duma keine Opposition mehr findet und ein Foto mit Putin in den Regionen zum Wahlsieg verhilft. 

Die "Vertikale der Macht" erhält eine neue Ebene: Die 89 föderalen Subjekte der RF werden in 7 Gebiete zusammengefasst. Als höchste Verwaltungsbeamte dieser Ebene ernennt Putin sieben treue Männer. Sechs von ihnen sind Generale.

12.8.2000 Aus bisher nicht geklärter Ursache sinkt in der Barenzsee das russische Atom-U-Boot "Kursk". Alle 118 Mann Besatzung kommen um.
Apr. 2001 Der nichtstaatliche Fernsehsender NTV (Gussinskij) geht über in die Kontrolle des Energiekonzerns Gasprom, an dem die Regierung die Aktienmehrheit hält. Ein großer Teil der Journalisten wechselt zum (Berezowskij-) Sender TV 6, dessen alte redaktionelle Leitung daraufhin den Sender verlässt.
Jan. 2002 Dem letzten nichtstaatlichen russlandweit sendenden Fernsehsender TV 6 (Berezowskij) wird die Lizenz entzogen.
ansonsten: endlich Ruhe, weiterhin Stabilität und wirtschaftliches Wachstum; "Nord-Ost"
2003 politische Ruhe, Stabilität, wirtschaftliches Wachstum; "Fall Chodorkowskij"
2004 Wiederwahl Putins zum Präsidenten; politische Ruhe, Stabilität, wirtschaftliches Wachstum; "Beslan"
   
   
  Danke, Sascha!
 
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