Willkommen in Moskau
Deutschsprachige Informationen über Moskau


 

Liebe moskauonline-Freunde,

(Ostermontag 2007) Jahrelang hat Jochen die wohl älteste deutschsprachige Website über Moskau betreut. Bis 2000 war sie sogar die einzige ihrer Art. Wir werden jedenfalls wie bisher auch die Seiten weiter hosten. Sie sind nicht nur als Dokument der Zeitgeschichte auf jeden Fall erhaltenswert - sie bieten ja auch jetzt noch einiges an nützlichen Informationen über die russische Hauptstadt. Wir hoffen auch, in der nächsten Zeit Moskauonline wieder ein wenig aktualisieren zu können, obwohl wir mit den Arbeiten an www.moskau.ru und Russland-Aktuell eigentlich alle Hände voll zu tun haben. Es lohnt sich auf jeden Fall, Moskauonline in den Favorits und Bookmarks drin zu lassen !
Gisbert Mrozek, Moskau

(21.06.05) Wenn das keine Sensation ist: Verteidigungsminister Sergej Iwanow hat angekündigt, sein Ministerium wolle bald regelmäßig offiziell informieren über die Umstände aller Todesfälle in der Russischen Armee, Kämpfeinsätze eingeschlossen. Zu finden sein werden die monatlich aktualisierten Informationen auf der Website des Verteidigungsministeriums. Iwanow wolle mit diesem Schritt hin zu mehr Transparenz erreichen, dass Spekulationen über das Ausmaß an Kriminalität und über andere Vorfälle in der Armee abnehmen. Andererseits solle diese Maßnahme Vertuschungen solcher Fälle auf unterer Ebene sinnlos machen. Gemeldet hat das die staatliche Nachrichtenagentur RIA "Novosti". jt

(08.06.05) Na also, es geht doch: Der Kreml geht in die Image-Offensive! Ab Ende des Jahres soll der Kanal "Russia Today" in englischer Sprache im Ausland senden. Das Bild Russlands im Westen ist schlecht. Die Lage in Russland ist nicht rosig, aber doch klar besser, als man im Ausland denkt. Und das liegt nach Auffassung des Kreml daran, dass die Leute im Ausland zu wenig über Russland wissen. Das, was sie nämlich von den in Moskau akkreditierten ausländischen Journalisten erfahren, stimmt meistens nicht. Die verstehen das nämlich alles gar nicht, was in Russland passiert. Das sieht man ja schon an den merkwürdigen Fragen, die Putin immer auf Pressekonferenzen gestellt werden. Anstatt, wir die russischen Kollegen, nach Putins Hündchen zu fragen, kommen die doch immer wieder auf Themen wie "Krieg in Tschetschenien" oder "JUKOS" oder "Demokratie-Defizite" zu sprechen. Dabei gibt es doch gar keinen Krieg mehr im Süden Russlands! Und "JUKOS" gibt es auch nicht mehr! Und wo es keine Demokratie gibt, kann man auch kein Demokratie-Defizit beklagen, wie der weise Solschenizyn nun bemerkte. Das wollen die ausländischen Journalisten einfach nicht begreifen!

Aber jetzt wird ja alles besser. Gegründet von der staatlichen Nachrichtenagentur RIA "Novosti" und mit Unterstützung diverser Kreml-Berater ("Wir wollen nur helfen!") soll "Russia Today" mit der vom Staatssender "Rossia" gekommenen, 25-jährigen Chefredakteurin Margarita Simonjan ab Dezember 2005 der Welt Russland erklären. Er soll über Satellit zu empfangen sein und später auch in Kabelnetze eingespeist werden.
Gut an der Sache ist nur, dass niemand versucht, das Wort "Propaganda" zu vermeiden, und dass noch niemand den Vergleich mit der BBC bemüht hat.

Gestern noch wurde die Zeitung "Izvestia" vom staatlich kontrollierten Gas-Monopolisten GASPROM übernommen. Der Chefredakteur der "Izvestia" hatte Ende letzten Jahres nach Kritik aus dem Kreml über die Beslan-Berichterstattung seinen Hut nehmen müssen. Wie es heißt, "nach einem Anruf aus dem Kreml".

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(07.06.05) Herzlichen Glückwunsch an ZSKA Moskau zum Gewinn des UEFA-Pokals! Und die Sbornaja ist ja nach ihrem wichtigen Sieg gegen Lettland nun auch wieder im Rennen um die WM-Teilnahme dabei. Auf dem Weg zum Turnier war das allerdings noch längst nicht die letzte große Hürde. Zusätzlich zum ZSKA-Sieg noch ein gutes Abschneiden bei der WM -- das wäre wohl ein riesiger Image-Gewinn für Russland. Wenigstens im Bereich Sport. Ob sich das Verhältnis der Deutschen zu Russland ausgerechnet durch einen Sieg der Russen im morgigen Freundschaftsspiel verbessern lässt, ist fraglich. Nötig wäre es. Umso mehr, als Russlands einziger Gönner im Westen wohl bald nichts mehr für die Völkerfreundschaft wird tun können. Schröder hat im September nur noch eine Chance, wenn Deutschland den Confederations-Cup holt und Jan Ullrich die Tour de France gewinnt. Dafür wäre ja eine missglückte Generalprobe morgen ein guter Auftakt. jt

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(06.05.05) ja, das ist natürlich keine leichte Aufgabe, wenn die Richterin die jüngsten Äußerungen des Chefs vom Sonntag (Botschaft an die Bundesversammlung) am Mittwoch in der Urteilsbegründung in der - neutral ausgedrückt - interessantesten Gerichts-Show des Jahres berücksichtigen muss. Nicht zu beneiden, die Frau! War wirklich nicht zu schaffen bis heute. Aber vielleicht wird ja bis zum 16. Mai der eine oder andere Helfer aus dem Kreml abkommandiert ihr zu erklären, wie das jetzt gemeint war.

Der Chef selbst kümmert sich derweil um das Wohlergehen seiner Landsleute. Seiner jüdischen Landsleute. In Israel. Da ist es anscheinend einfacher. In der Heimat jedenfalls konnte eine - Gott sei Dank nur - Duma-Mehrheit vor wenigen Monaten noch beschließen, alle jüdischen Organisationen in Russland zu kriminellen Vereinigungen zu erklären und Juden in Russland von öffentlichen Ämtern auszuschließen. Oder haben Sie dazu etwas aus dem Kreml gehört? Ich jedenfalls nicht.

Auf seiner Nahost-Tour könnte sich Herr Putin - vielleicht, wenn er in Syrien die Raketen überreicht - auch mal danach erkundigen, wie man einen Truppenabzug innerhalb von drei Monaten über die Bühne bringt. Georgien wartet.

In diesem Sinne, Euer Jochen Thomaschik

 


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