WDNCh
 

Monument "Arbeiter und Kolchosbäuerin"

Sammelsurium der Sowjetunion

Willkommen im "Wystawka Dostischenij Narodnogo Chosjajstwa" - in der "Leistungsschau der Errungenschaften der Volkswirtschaft". Sie sehen: Russische Bürokraten lieben unaussprechliche Namen. Und genau deshalb heißt dieses Gelände, ebenso wie die Metrostation, kurz und unbürokratisch WDNCh (sprich WeDeEnHa).

Direkt an der Metrostation befindet sich das sichelförmige Hotel Kosmos - früher das Intourist-Vorzeigeobjekt - heute die Brutstätte der Prostitution und dubioser Gestalten. Atemberaubender ist da schon das 96 Meter hohe Sputnik-Denkmal "Monument zu Ehren der Kosmosbezwinger" aus Titan, an deren Spitze sich eine Rakete befindet. Im Sputnik-Sockel werden sich die Weltraumfreunde heimisch finden: Das Museum der sowjetischen Raumforschung ist dort untergebracht (Di-Sa 10-19 h). Auch für denjenigen der lieber auf dem Boden bleibt, gibt es einiges zu sehen: Z.B. den ersten Satelliten "Sputnik" (Gefährte), und auch das Raumschiff "Wostock" (Osten) , mit dem Juri Gagarin sich 1961 knapp zwei Stunden als erster Mensch (ohne Wodka, glaub ich) im Weltall herumgetrieben hat.


Sputnik-Denkmal (96 m hoch)
Unübersehbar ist auch das gewaltige Monstrum "Arbeiter und Kolchosbauer", dass für die Weltausstellung in Paris (1937) erstellt wurde. Rekord: Das schwergewichtige Denkmal, 80 Tonnen und 25 Meter hoch, war die erste Skulpur auf der Welt, die aus rostfreiem Chromnickelstahl hergestellt wurde.

Folgen Sie einfach den Menschenmassen - Sie kommen dann automatisch zum Hauptor des Austellungsgeländes. Der Triumphbogen mit der Skulptur "Bauern" lässt Sie ahnen, was auf Sie zukommt. Ein Kaleidoskop Russlands und ein architektonischer Querschnitt der Sowjetunion.

Starten Sie ihre Tour mit einem Schaschlik im Magen - gleich am Eingang zieht der köstliche Duft in die Nase. Für knapp 7 DM gibt es eine riesige Portion - frisch vom Holzgrill. Und weil sich mit voller Wampe nicht gut laufen lässt und außerdem das Gelände soooo riesig ist, sollten Sie die Bimmelbahn benutzen, die im Halbstundentakt durch die Ausstellung fährt. Wer laufen möchte kann das tun - sollte aber berücksichtigen: Mehr als 300 Gebäude, davon 80 Austellungspavillions, und insgesamt 60 Kilometer Fußweg erwarten den WDNCh-Entdecker.


Haupteingang der Volkswirtschaftsausstellung
Erstellt wurde die Exposition in den 50er Jahren. In den Hallen haben sich früher die die Regionen und Republiken der Sowjetunion vorgestellt. Ein anderer Teil der Pavillions wurde für Ausstellungen wie z.B. Land- und Forstwirtschaft, Jagd oder Technik genutzt. Mit dem Einzug der Marktwirtschaft wurden die meisten Ausstellungen verdrängt und mussten Elektronikshop, Autohändlern oder Kleiderverkäufern weichen. Geblieben sind aber in fast allen Pavillions noch verstaubte Spuren, die aus der "glänzenden" Vergangenheit stammen. Touristenattraktion und Evergreen war und bleibt die Kosmoshalle. Hier können Sie in einen Weltraumanzug steigen oder große Modelle verschiedener Raumschiffe besichtigen. Dieser Pavillion ist einfach zu erkennen: Vor der Halle steht eine riesige Rakete und zwei ausgemusterte Aeoroflot-Flugzeuge. Wenn Sie mit Lufthansa nach Moskau gekommen sind und einmal annähernd verstehen wollen, was Aeroflot-Service ist, dann gönnen Sie sich doch eine Tasse Kaffee in dem Flugzeug und genießen den atemberaubenden Blick auf den Brunnen "Völkerfreundschaft".

Gestärkt kann es zum Riesenrad weitergehen, dass man schon von Weitem sehen kann. Weiß der Teufel, wie hoch das Ding ist, aber die Aussicht ist fantastisch.Wenn die Füße jetzt noch nicht qualmen, geht's weiter zum Landsitz Ostankino. Einfach wieder aus dem Haupteingang heraus und rechts halten. Wie der Fürstensohn Nikolai Scheremetjew gelebt hat, läßt sich brilliant an diesem  restaurierten Landsitz veranschaulichen: In Glanz und Glimmer. Selbst ein Theater mit ca. 200 Leibeigenen gehörte zu diesem Besitz.


Landsitz Ostankino
Jetzt haben Sie die Wahl: Laufen Sie in den dahinterliegenden Botanischen Garten mit mehr als 20.000 Pflanzen aus aller Welt und 5000 quadratmetergroßen Treibhaus? Oder zieht es Sie eher zum zweitgrößtem Fernsehturm (537 Meter) der Welt mit drehbarem Cafe und Restaurant "Zum Siebenten Himmel"? It's up to you...

TIP: Jedes Jahr wird vom 25.12.-5.1. das Festival "Russischer Winter" in der WDNCh statt. Trojkafahrten, Artistenspektakel, Tanzbären und Schneeballschlacht inklusive.

Metro: WDNCh (sprich WeDeEnHa)
Prospekt Mira
Täglich Sonnenauf- bis Sonnenuntergang
Eintritt frei
Mitmach-Voraussetzung: 5 Stunden und eine gute Kondition




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